Symphonieorchester Flandern

Adrien Perruchon, Dirigent | Kit Armstrong, Klavier

22. - 28.01.2020
Happy New Year Ludwig!

Gioachino Rossini: Ouvertüre zu “Wilhelm Tell“
Franz Liszt: Klavierkonzert Nr. 1 Es-Dur
Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 5 c-Moll op. 67

Sinfonieorchester Flandern

Seit über 50 Jahren ist das Sinfonieorchester Flandern ein Leuchtturm innerhalb der flämischen Orchesterlandschaft. Das Orchester, das sich aus 60 hochengagierten und leidenschaftlichen Musikern zusammensetzt und von renommierten (Gast-)Dirigenten geleitet wird, führt einerseits neue Werke und Uraufführungen auf, andererseits ist es bekannt für seine mitreißenden Darbietungen des großen symphonischen Repertoires von der Klassik bis zur Neuzeit. Das Orchester bietet auf beispielhafte Art Möglichkeiten für junge, talentierte Musiker, Komponisten, Solisten und Dirigenten.

Aufgrund verschiedener Konzertreihen in den großen Sälen in Flandern und Brüssel gelingt es dem Orchester, ein großes Publikum zu erreichen. Darüber hinaus wird das Orchester häufig zu Auftritten nach Frankreich, Deutschland und in die Niederlande eingeladen.

Seit der Saison 2013/14 leitet der britische Dirigent Jan Latham-Koenig das Sinfonieorchester Flandern, er folgt als Chefdirigent auf den Japaner Seikyo Kim. Latham-Koenig gilt als einer der besten Dirigenten Großbritanniens und hat bereits weitreichende Erfahrungen im symphonischen wie im Opernrepertoire gesammelt. Er ist Künstlerischer Leiter der Novaya Opera in Moskau und leitete über mehrere Jahre das Orquesta Filarmónica de la UNAM in Mexico City.

Mit der Ernennung Latham-Koenigs zum Chefdirigenten hat das Sinfonieorchester Flandern den Wunsch verbunden, das symphonische Repertoire von der Klassik bis zur Gegenwart einer breiten und vielschichtigen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jedes Konzert ist aufgrund seines ausgewogenen wie mutigen Programms ein Experiment. Darüber hinaus leistet das Sinfonieorchester Flandern einen großen Beitrag zur kulturellen Förderung mit Projekten für junges Publikum, u. a. mit einer mobilen Ausstellung über die Instrumente des Orchesters.

Das Orchester wurde 1960 von dem Ingenieur Dirk Varendonck gegründet, der auch sein erster Dirigent war. Seit 1984 wurde das Nieuw-Vlaams Symfonieorkest von Patrick Peire, Robert Groslot und Fabrice Bollon geleitet. Mitte der 1990er-Jahre nahm das Orchester mit der Ankunft des neuen Orchestermanagers Dirk Coutigny schließlich seinen aktuellen Namen an. Seitdem wurde das Orchester von David Angus, Etienne Siebens und Seikyo Kim als seine Chefdirigenten geleitet.

Saison 2018/19

Adrien Perruchon Dirigent

Mit seinem aufsehenerregenden Debüt beim Orchestre Philharmonique de Radio France stellte der junge Franzose Adrien Perruchon erstmals eindrucksvoll sein außergewöhnliches musikalisches Talent unter Beweis. Seither erzielt er gemeinsam mit Orchestern weltweit wunderbare musikalische Erfolge. In dem Sinne arbeitet Perruchon regelmäßig mit Orchestern wie dem Opéra Orchestre national Montpellier, dem Orchestre national de Lorraine, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, WDR Funkhausorchester, Mozarteumorchester Salzburg sowie den Wiener Symphonikern, die er für sein Debüt am renommierten Musikverein, sowie auf Deutschlandtournee mit Hilary Hahn dirigierte. Zudem arbeitet er regelmäßig mit angesehen Solisten wie Pierrre-Laurent Aimard, Gautier Capuçon, Augustin Hadelich, Edgar Moreau und Jean-Yves Thibaudet.

Jüngst konnte Perruchon mit einer erfolgreichen Europatournee des Orchestre de chambre de Paris und dem Ausnahmecellisten Gautier Capuçon sowie Debüts mit dem Los Angeles Philharmonic, dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Orchestre de l’Opéra Nice Côte d’Azur, Orchestre national de Lyon, NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Tokyo Philharmonic Orchestra und dem Cleveland Orchestra im Rahmen des jährlich stattfindenden Blossom Music Festivals im August 2018, wunderbare Erfolge feiern. In der Saison 2018/2019 debütiert Perruchon nunmehr mit dem Orchestre national d’Île de France, Orchestre Lamoureux, Bilkent Symphony Orchestra sowie dem Antwerp Sympony Orchestra, bei dem er die belgische Premiere einer neuen Suite von Debussys Pelléas et Mélisande, arrangiert von Alain Altinoglu, dirigiert.

In der Oper arbeitete Perruchon eng mit François-Xavier Roth an der Oper Köln und dirigierte dort Vorstellungen von Benvenuto Cellini (Berlioz), La Bohème (Puccini), Don Giovanni (Mozart) sowie Ravels L’Heure Espagnole / L’Enfant et les Sortilèges. In der laufenden Saison führt Perruchon seine Arbeit für die Opéra Jeune Public mit einer Adaption von Rossinis Opera Buffa Il Barbiere die Siviglia, inszeniert von Damien Robert als Koproduktion des Théâtre des Champs-Elysées in Paris, an der Opéra de Reims sowie Opéra de Nice fort. An der Opéra de Dijon wird er eine neue Produktion der Oper Carmen (Bizet), inszeniert von Florentine Klepper, dirigieren.

Bereits vor seiner Karriere als Dirigent arbeitete Perruchon regelmäßig mit Künstlern wie Daniel Barenboim und Claudio Abbado zusammen. Er assistierte renommierten Dirigenten wie Alain Altinoglu, mit dem er u.a. bei den Salzburger Festspielen an Don Giovanni mit den Wiener Philharmonikern arbeitete. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Perruchon außerdem mit Esa-Pekka Salonen, dem er beim Festival d’Aix-en-Provence (Pélleas et Mélisande), beim Chicago Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra sowie dem Philharmonia Orchestra assistierte.

1983 in Annecy geboren, begann Perruchon seine musikalische Ausbildung zunächst auf dem Klavier bevor er sich dem Fagott und später dem Schlagzeug widmete. Von 2003-2016 war er Solo-Schlagzeuger beim Orchestre Philharmonique de Radio France und anschließend auch beim Seoul Philharmonic Orchestra. 

Saison 2018/2019

Kit Armstrong Klavier

Der „Staunen erregende, nur als musikalisches Phänomen zu charakterisierende Kit Armstrong“ (Süddeutsche Zeitung) wurde 1992 in Los Angeles geboren. Mit fünf Jahren begann er zu komponieren. Früh trat er als Pianist in den renommiertesten Konzertsälen der Welt auf; heute ist er regelmäßig zu Gast im Musikverein Wien, Concertgebouw Amsterdam, der Philharmonie Berlin, der Hamburger Elbphilharmonie, der NHK Hall Tokio und dem Palais des Beaux-Arts Brüssel.

Armstrong arbeitet mit bedeutenden Dirigenten wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly, Kent Nagano, Manfred Honeck, Esa-Pekka Salonen, Mario Venzago und Robin Ticciati zusammen und war bereits bei einigen der wichtigsten Orchester der Welt zu Gast, darunter die Wiener Philharmoniker, die Staatskapelle Dresden, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Gewandhausorchester, NHK Symphony Orchestra und die Academy of St Martin in the Fields. Bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern war Kit Armstrong im Sommer 2018 Preisträger in Residence. Das Musikkollegium Winterthur hat ihn zum „Artist-in-Resonance“ berufen.

Aktuell ist Kit Armstrong u.a.zu Gast beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, NDR Elbphilharmonieorchester, Musikkollegium Winterthur, Frankfurter Museumsorchester, Baltimore Symphony Orchestra und Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Mit dem Swedish Chamber Orchestra ist er ebenso auf Tourneen zu erleben wie mit der ihm langjährig verbundenen Akademie für Alte Musik Berlin. Solorezitale führen ihn ins Münchner Prinzregententheater, das Théâtre des Champs-Elysées, zum Klavierfestival Ruhr, in die Philharmonie de Luxembourg und die Kölner Philharmonie.

Als passionierten Kammermusiker verbinden Kit Armstrong enge künstlerische Partnerschaften mit anderen herausragenden Instrumental-und Vokalsolisten. Mit Renaud Capuçon stellte er u.a. bei der Salzburger Mozart-Woche und im Berliner Pierre Boulez Saal in Konzertreihen sämtliche Violinsonaten von Mozart vor. Mit Christiane Karg oder Julian Prégardien gestaltet er Liedprogramme. Als Organist war er bereits in der Berliner Philharmonie und der Kölner Philharmonie zu erleben. Mit seinen Kompositionen hat sich der vielseitige Künstler ebenso weltweit einen Namen gemacht. Kompositionsaufträge erhielt Armstrong u.a. vom Gewandhaus zu Leipzig und dem Musikkollegium Winterthur. Die Kompositionen von Kit Armstrong werden bei Edition Peters verlegt.

Kit Armstrongs Solodebüt-CD mit Werken von Bach, Ligeti und Armstrong erschien bei Sony Classical: für das kulturradio (rbb) „eine der ganz wenigen CDs, auf die die Welt gewartet hat.“ Auch sein zweites Solo-Album Symphonic Scenes, 2015 bei Sony Classical erschienen, erhielt begeisterte Kritiken für die Interpretation dieses ungewöhnlichen Programms von Klavierwerken, die Liszt überwiegend für Orchester komponiert hatte, darunter die drei Mephisto-Walzer. Der als DVD (bei Unitel) 2017 erschienene Mitschnitt eines Soloabends Bachs Goldberg-Variationen und seine Vorläufer aus dem Amsterdamer Concertgebouw wurde als Sensation gefeiert.

Kit Armstrong studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia und an der Royal Academy of Music in London. Seit seinem siebten Lebensjahr studierte er außerdem Kompositionslehre an der Chapman University und Physik an der California State University, später Mathematik und Chemie an der University of Pennsylvania und am Imperial College London. Ein Mathematikstudium schloss er auch an der Universität von Paris VI mit einem Master ab. 2010 erhielt er den Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Im Alter von 13 Jahren lernte Kit Armstrong Alfred Brendel kennen, der ihn seither als Lehrer und Mentor stark geprägt hat und ihm ein „Verständnis der großen Klavierliteratur als eine Einheit von Gefühl und Verstand, Frische und Verfeinerung“ attestiert. Die einzigartige Beziehung zwischen Armstrong und Brendel wurde in dem Film des britischen Regisseurs Mark Kidel Set the Piano Stool on Fire festgehalten.

Saison 2018/19