Symphonieorchester Flandern

Kristiina Poska, Dirigentin | Lucas Debargue, Klavier

Sibelius/Tchaikovsky

J. Sibelius - Valse Triste

P. Tchaikovsky - Klavierkonzert Nr. 1

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J. Sibelius - Symphonie Nr. 5

Sinfonieorchester Flandern

Seit über 50 Jahren ist das Sinfonieorchester Flandern ein Leuchtturm innerhalb der flämischen Orchesterlandschaft. Das Orchester, das sich aus sechzig hochengagierten und leidenschaftlichen Musikern zusammensetzt, führt einerseits neue Werke und Uraufführungen auf, andererseits ist es bekannt für seine mitreißenden Darbietungen des großen symphonischen Repertoires von der Klassik bis zur Neuzeit. Das Orchester bietet auf beispielhafte Art Möglichkeiten für junge, talentierte Musiker, Komponisten, Solisten und Dirigenten.

Der Klangkörper hat seinen Sitz in Gent im Musikzentrum De Bijoke. Es hat eigene Konzertreihen in Brüssel, Antwerpen und gastiert in weiteren Städten in Flandern. Darüber hinaus wird das Sinfonieorchester Flandern häufig zu Auftritten in die Niederlande, Großbritannien, Frankreich und nach Deutschland eingeladen.

Ab der Saison 2019/20 ist die erfolgreiche estnische Dirigentin Kristiina Poska Chefdirigentin des Orchesters. Schwerpunkte ihrer künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Flandern sind das Projekt „Beethoven Plus“ sowie Programme mit Musik aus England, Skandinavien, dem Baltikum und Russland.

Das Orchester wurde 1960 von dem Ingenieur Dirk Varendonck als Nieuw-Vlaams Symfonieorkest gegründet, der auch sein erster Dirigent war. Ab 1984 standen die Chefdirigenten Patrick Peire, Robert Groslot und Fabrice Bollon am Pult, die das symphonische Repertoire von der Klassik bis zur Gegenwart mit dem Orchester erarbeitet haben. Mitte der 90er Jahre nahm das Orchester seinen aktuellen Namen Sinfonieorchester Flandern an. Seitdem hatten die Dirigenten David Angus, Etienne Siebens, Seikyo Kim und Jan-Latham Koenig die Chefposition inne.

Neben seiner Konzerttätigkeit leistet das Sinfonieorchester Flandern einen großen Beitrag zur kulturellen Förderung mit zahlreichen Projekten wie dem Format „Classical Music Raves“ in Verbindung mit diversen Outdoor Veranstaltungen und Tanzprojekten gemeinsam mit dem Musikzentrum De Bijloke sowie dem Format „CLUB Surround“ mit Besuchern, die mit den Orchestermusikern auf der Bühne sitzen, in Kooperation mit dem Concertgebouw Brugge.

Saison 2019/20

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Kristiina Poska Dirigentin

Kristiina Poska besticht mit ihrer außergewöhnlichen Musikalität und ihrem eindrucksvollen, umsichtig gestaltenden Dirigat. In Türi, Estland geboren studierte sie zunächst Chordirigieren an der Estni-schen Musikakademie Tallinn und ab 2004 Orchesterdirigieren in Berlin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« bei Prof. Christian Ehwald.

2010 wurde sie für Verdis »La Traviata« an die Komische Oper Berlin verpflichtet. Orchester wie Publikum nahmen sie begeistert auf und noch in derselben Spielzeit leitetet Kristiina Poska die Wiederaufnahme von Jacques Offenbachs »La Périchole«. Barrie Kosky berief sie daraufhin als Erste Kapellmeisterin in das Lei-tungsteam des inzwischen vielfach ausgezeichneten Hauses, wo sie bis 2016 tätig war und unter anderem gemeinsam mit Barrie Kosky die international Furore machende Produktion von »Die Zauberflöte« der Grup-pe 1927 erarbeitete.

Als Konzert- und Operndirigentin ist Kristiina Poska international gefragt. Sie arbeitete mit dem Estnischen Staatlichen Sinfonieorchester, den Rundfunksinfonieorchestern in Köln, Leipzig, Frankfurt a.M. und Wien, am Konzerthaus Wien mit der Camerata Salzburg, bei der Mozartwoche Salzburg, den Münchner Philharmoni-kern, der Kammerphilharmonie Bremen, dem Tonhalleorchester Zürich, den Sinfonieorchestern Basel und St. Gallen, dem Orchestra della Svizzera italiana, dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg, dem Copenha-gen Philharmonic, den Göteborger Symphonikern, dem Royal Stockholm Philharmonic, der Estonian Sinfonietta im Wiener Musikverein und dem Beijing und Tokyo Symphony Orchestra.



Opernengagements führten sie u.a. an die Volksoper Wien, die Hamburgische Staatsoper, die Nationaloper Helsinki, die Königliche Oper Stockholm, die Norwegische Oper in Oslo sowie an die Opernhäuser Zürich, Basel und Klagenfurt, wo sie begeisterte Kritiken erhielt. Die Salzburger Nachrichten bejubelten sie als »Musikalisches Zentrum und Herz der in ihrer Wucht wie in ihrer Poesie überwältigenden Aufführung« von »Lady Macbeth von Mzensk«.

In der Spielzeit 2018/19 führen Engagements und Wiedereinladungen sie u.a. zur Semperoper Dresden, zu einem Galakonzert mit der Dresdner Staatskapelle, an die Komische Oper Berlin, der Tapiola Sinfonietta, Gävle Symfoniorkester, dem Norrköping Symphony Orchestra und dem Symfonieorkest Vlaanderen, das sie nach ihrem umjubelten Einstand zur Chefdirigentin mit der Spielzeit 2019/20 verpflichtete. An der English National Opera dirigiert sie eine Neuproduktion der »Die lustige Witwe«, gefolgt von einer Neuproduktion von »Le nozze di Figaro« im Frühjahr 2019 beim Maggio Musicale Fiorentino.

Kristiina Poska war Stipendiatin des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates und wurde 2013 mit dem Deutschen Dirigentenpreis ausgezeichnet. Zudem erhielt sie 2012 beim renommierten Malko-Wettbewerb in Kopenhagen mit dem Danish National Symphony Orchestra den 3. Preis und den Publikumspreis.

Saison 2019/20

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Lucas Debargue Klavier

Nach Literatur- und Kunststudien an der Pariser Universität entschied sich Lucas Debargue erst mit zwanzig ein professioneller Pianist zu werden und studierte zunächst am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei Jean-Francois Heisser. Der Preisträger des Moskauer Tschaikowsky Wettbewerbs 2015 erhielt vom Moskauer Musikkritikerverband einstimmig den Spezialpreis für die beste Solointerpretation des Wettbewerbs. Valery Gergiev lud ihn daraufhin direkt für Konzerte mit dem Mariinsky Orchestra beim Meran Festival und in Birmingham ein .Wenig später unterzeichnete Debargue einen Vertrag bei Sony Classical und nahm in seiner Heimatstadt Paris als Debüt ein Live-Rezital mit Musik von Ravel, Liszt, Chopin und Scarlatti auf, das im Frühjahr 2016 erschien und von den Kritikern hoch gelobt wurde. 2016 erschien seine zweite CD mit Werken von Bach, Beethoven und Medtner.
Debargues Interpretationen überzeugen durch ihre große künstlerische Integrität und eine atemberaubende kommunikative Kraft, wobei sich der junge Pianist von vielen Kunstsparten inspirieren lässt - von Literatur über Malerei und Kino bis zum Jazz. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht ohne Frage das pianistische Kernrepertoire, aber er engagiert sich auch für weniger bekannte Komponisten wie Nikolai Medtner, Samuil Maikapar und Nikolai Roslawez.