Sinfonieorchester Flandern

Kristiina Poska, Dirigentin | Josef Špaček, Violine

Mozart in Prag

W.A. Mozart: Ouvertüre zu "Don Giovanni"
W.A. Mozart: Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219
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W.A. Mozart: Symphonie Nr. 38 ‘Prager’ D-Dur KV 504

Sinfonieorchester Flandern

Seit über 50 Jahren ist das Sinfonieorchester Flandern ein Leuchtturm innerhalb der flämischen Orchesterlandschaft. Das Orchester, das sich aus sechzig hochengagierten und leidenschaftlichen Musikern zusammensetzt, führt einerseits neue Werke und Uraufführungen auf, andererseits ist es bekannt für seine mitreißenden Darbietungen des großen symphonischen Repertoires von der Klassik bis zur Neuzeit. Das Orchester bietet auf beispielhafte Art Möglichkeiten für junge, talentierte Musiker, Komponisten, Solisten und Dirigenten.

Der Klangkörper hat seinen Sitz in Gent im Musikzentrum De Bijoke. Es hat eigene Konzertreihen in Brüssel, Antwerpen und gastiert in weiteren Städten in Flandern. Darüber hinaus wird das Sinfonieorchester Flandern häufig zu Auftritten in die Niederlande, Großbritannien, Frankreich und nach Deutschland eingeladen.

Ab der Saison 2019/20 ist die erfolgreiche estnische Dirigentin Kristiina Poska Chefdirigentin des Orchesters. Schwerpunkte ihrer künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Sinfonieorchester Flandern sind das Projekt „Beethoven Plus“ sowie Programme mit Musik aus England, Skandinavien, dem Baltikum und Russland.

Das Orchester wurde 1960 von dem Ingenieur Dirk Varendonck als Nieuw-Vlaams Symfonieorkest gegründet, der auch sein erster Dirigent war. Ab 1984 standen die Chefdirigenten Patrick Peire, Robert Groslot und Fabrice Bollon am Pult, die das symphonische Repertoire von der Klassik bis zur Gegenwart mit dem Orchester erarbeitet haben. Mitte der 90er Jahre nahm das Orchester seinen aktuellen Namen Sinfonieorchester Flandern an. Seitdem hatten die Dirigenten David Angus, Etienne Siebens, Seikyo Kim und Jan-Latham Koenig die Chefposition inne.

Neben seiner Konzerttätigkeit leistet das Sinfonieorchester Flandern einen großen Beitrag zur kulturellen Förderung mit zahlreichen Projekten wie dem Format „Classical Music Raves“ in Verbindung mit diversen Outdoor Veranstaltungen und Tanzprojekten gemeinsam mit dem Musikzentrum De Bijloke sowie dem Format „CLUB Surround“ mit Besuchern, die mit den Orchestermusikern auf der Bühne sitzen, in Kooperation mit dem Concertgebouw Brugge.

Saison 2019/20

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Kristiina Poska Dirigentin

Die Chefdirigentin des Symfonieorkest Vlaanderen und Musikdirektorin des Theaters Basel seit 2019/20 ist eine international gefragte und preisgekrönte Konzert- und Operndirigentin. Sie arbeitete bereits mit den führenden Orchestern in Europa und Asien zusammen und besticht mit ihrer außergewöhnlichen Musikalität und ihrem eindrucksvollen, umsichtig gestaltenden Dirigat.

2010 wurde sie für Verdis »La Traviata« an die Komische Oper Berlin verpflichtet. Orchester wie Publikum nahmen sie begeistert auf und noch in derselben Spielzeit leitete Kristiina Poska die Wiederaufnahme von Jacques Offenbachs »La Périchole«. Daraufhin wurde sie von 2012 bis 2016 als Erste Kapellmeisterin in das Leitungsteam berufen und erarbeitete zusammen mit Barrie Kosky die international Furore machende Produktion von »Die Zauberflöte« der Gruppe 1927.

Weitere Opernengagements führten sie an die Semperoper Dresden mit Die Entführung aus dem Serail, die Staatsoper Stuttgart mit Carmen, die Hamburger Staatsoper,  English National Opera mit Lehárs Die Lustige Witwe, das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino mit Le Nozze di Figaro, die Volksoper Wien sowie an die Opernhäuser in Zürich, Basel, Klagenfurt, Stockholm und Oslo.



Darüber hinaus stand sie am Pult der Münchner und Stuttgarter Philharmoniker, Dresdner Staatskapelle sowie der Rundfunksinfonieorchester in Köln, Leipzig, Frankfurt und Wien, dirigierte das Tonhalle-Orchester Zürich, die Sinfonieorchester Basel, Bern  und St. Gallen, das Orchestra della Svizzera italiana,  Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Göteborg Symphony Orchestra, Copenhagen Philharmonic, Orchestre National de Lyon und Orchestre Philharmonique de Strasbourg, die Estonian National Sinfonietta sowie das Beijing und Tokyo Symphony Orchestra, dazu diverse Kammerorchester wie die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen,  Orchestre de Chambre de Lausanne, Camerata Salzburg im Konzerthaus Wien und das Mozarteum Orchester Salzburg bei der Mozartwoche Salzburg.

In Türi, Estland geboren studierte Kristiina Poska zunächst Chordirigieren an der Estnischen Musikakademie Tallinn und ab 2004 Orchesterdirigieren in Berlin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« bei Prof. Christian Ehwald. Sie gewann den Publikumspreis beim renommierten Malko-Wettbewerb im Mai 2012, den renommierten Deutschen Dirigentenpreis im April 2013 und war Stipendiatin des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats.

Saison 2020/2021

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Josef Špaček Violine

Josef Špaček hat sich aufgrund seiner bemerkenswerten Farbpalette, seiner selbstbewussten und konzentrierten Bühnenpräsenz, seiner Virtuosität und technischen Ausgeglichenheit sowie der Schönheit seines Tons allmählich zu einem der führenden Geiger seiner Generation entwickelt. Seine Aufführungen eines breiten Repertoires zeigen seine „erstaunliche Artikulation und Sportlichkeit“ (The Scotsman) und „einen Reichtum und eine Pikantheit des Timbres“ (The Telegraph).

Josef Špaček trat mit zahlreichen Orchestern weltweit auf, darunter die Bamberger Symphoniker, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Konzerthausorchester Berlin, Kammerakademie Potsdam, Tonkünstlerorchester Niederösterreich, Helsinki Philharmonic, Netherlands Philharmonic, Symfonieorkest Vlaanderen, die Philharmonischen Orchestern aus Luxembourg, Rotterdam, Toulouse und Strasbourg, Tschechische Philharmonie, Stavanger Symphony Orchestra, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI Torino, Scottish Chamber Orchestra, Philadelphia Orchestra, Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra sowie  Queensland Symphony Orchestra.

Zu den Dirigenten, mit denen Josef Špaček musiziert bzw. zusammengearbeitet hat, zählen Semyon Bychkov, James Conlon, Christoph Eschenbach, Asher Fisch, Valery Gergiev, Roy Goodman, Jakub Hrůša, Manfred Honeck, Eliahu Inbal, Rossen Milanov, Tomáš Netopil, Daniel Blendulf, Christian Vasquez, Thomas Søndergård, Michael Sanderling, David Zinman, Thomas Adès und Jiří Bělohlávek.

Darüber hinaus gibt er Rezitals und Kammerkonzerte und nimmt an internationalen Kammermusikfestivals teil mit Auftritten im Muziekgebouw Amsterdam, Konzerthaus Wien, Rudolfinum Prag, Kennedy Center New York, La Jolla in San Diego, ChamberFest Cleveland und Nevada Chamber Music Festival.

Supraphon veröffentlichte seine hochgelobten Aufnahmen der Violinkonzerte von Dvořák und Janáček sowie der Fantasie von Josef Suk mit der Tschechischen Philharmonie unter Jiří Bělohlávek. Seine Diskografie beinhaltet auch ein Duo Album mit Werken von Smetana, Janáček und Prokofjew mit dem Pianist Miroslav Sekera sowie die Gesamteinspielung der Solo Sonaten von Eugène Ysaÿe.

Der gebürtige Tscheche studierte bei Itzhak Perlman an der Juilliard School in New York, Ida Kavafian und Jaime Laredo am Curtis Institute of Music in Philadelphia und bei Jaroslav Foltýn am Prager Konservatorium. Er war Preisträger des Internationalen Königin-Elisabeth-Wettbewerbs in Brüssel und gewann Spitzenpreise beim Internationalen Michael Hill Violinwettbewerb in Neuseeland, beim Internationalen Carl Nielsen Violinwettbewerb in Dänemark und bei den Young Concert Artists International Auditions in New York.

Er war Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie. Das Orchester ernannte ihn im Januar 2016 zum „Associate Artist“.

Josef Špaček spielt auf einer „LeBrun, Bouthillard“ Guarneri del Gesù Violine von etwa 1732, die ihm von Ingles & Hayday zur Verfügung gestellt wird.

Saison 2020/21

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Presse

  • Kristiina Poska feiert mit dem Sinfonieorchester Flandern einen gelungenen Auftakt

    In Brahms‘ Doppelkonzert ist es Kristiina Poskas klarer Führung zu verdanken, dass sich ein auf die Millisekunde genaues Spiel einstellt, das die Grundlage für diese solistischen Meisterleistungen bildet. So können der erste und dritte Satz begeistern, während der zweite zum Träumen einlädt.[…] Die eigentliche Sternstunde der Dirigentin schlägt mit Brahms‘ 2. Sinfonie. Die feine Abwägung zwischen Behutsamkeit und Expression, die man schon im Doppelkonzert miterleben durfte, begegnet einem hier wieder. […] Bis zum Schluss können Poska und alle Musikergruppen bezaubern. Dem kraftvollen Finale folgen anschließend tosender Applaus und etliche Bravorufe. Mit Kristiina Poska hat hier eine Dirigentin die Arbeit aufgenommen, die weiß, was aus diesem Orchester herauszuholen ist und wie man große Musik zur Aufführung bringt. Ein deutlicher Einstand, der Lust auf mehr macht.

    www. klassik-begeistert.de, Daniel Janz, 5.10. 2019