Dennis Russell Davies & Philharmonie Brünn

Emanuele Arciuli, Klavier

30.06. - 03.07.2022

Duke Ellington: Three Black Kings                                                                              
Jaroslav Ježek (+1942 New York): Klavierkonzert                                                    
oder
George Gershwin: An American in Paris                                                                    
oder
George Gershwin: Rhapsody in Blue                                                                        
Leonard Bernstein: The Age of Anxiety - Sinfonie Nr. 2 für Klavier und Orchester    

Philharmonie Brünn

Die Tradition der Philharmonie Brünn entstand in der Wirkung von Leoš Janáček in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Das heutige Orchester, das als Staatsphilharmonie Brünn im Jahre 1956 aus dem Zusammenschluss von zwei Brünner Sinfonieorchestern hervorging, wird schon seit langem als eines der besten Orchester des Landes geschätzt. In kurzer Zeit folgten Einladungen nach Europa. Das Orchester gastiert darüber hinaus in den wichtigen Konzertsälen in Nord- und Südamerika, im Fernen und im Nahen Osten sowie bei internationalen und tschechischen Festivals.

Seit 2018/2019 ist Dennis Russell Davies, einer der innovativsten Dirigenten, Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchesters. Die Geschichte des Orchesters prägten zahlreiche tschechische und internationale Dirigenten wie Jiří Bělohlávek, Jakub Hrůša, Petr Altrichter, Tomáš Netopil, Leos Svarovsky, Aldo Ceccato u.a.

Die umfangreiche Diskographie des Orchesters dokumentiert den Fokus des Orchesters auf zeitgenössische Musik und tschechisches Repertoire wie Janáčeks vollständige sinfonische Werke und Kantatenwerke bei Supraphon, Sony Music, BMG u.a. Die Philharmonie produziert regelmäßig Aufnahmen für den Tschechischen Rundfunk und das Tschechische Fernsehen. Dynamisch entwickelt sich auch seine Auftragsarbeit für eine globale Klientel im Rahmen der Czech Orchestra Recordings.

Seit 2000 veranstaltet das Orchester im Sommer ein Open-Air-Festival in der Brünner Burg Spielberg sowie seit 2012 die renommierten Festwochen „Mährischer Herbst“, „Osterfestival der geistlichen Musik“ und „Exposition der neuen Musik“. Die Philharmonie Brünn errichtete 2014 eine eigene Orchesterakademie, unterstützt den Kinderchor „Kantiléna“ und engagiert sich seit 2010 am Bildungsprojekt „Mozartkinder“.

Ihr Domizil ist der Brünner Musikverein aus dem Jahr 1873. In Planung ist ein neuer, moderner Konzertsaal des Architektenteams Tomasz Konior und Petr Hrůša sowie des Akustikers Yasuhisa Toyota.

Saison 2021/22

Dennis Russell Davies Dirigent

Dennis Russell Davies’ Tätigkeit als Dirigent in Oper und Konzert, als Pianist und Kammermusiker ist gekennzeichnet durch ein breit gefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur jüngsten Moderne reicht. Als einer der innovativsten und experimentierfreudigsten Dirigenten und Programmgestalter der Klassik-Welt inspiriert er seine Zuhörer auf beiden Seiten des Atlantiks, wie auch in Japan. Er ist bekannt für seine spannenden und durchdachten Konzerte und eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luciano Berio, William Bolcom, John Cage, Philip Glass, Heinz Winbeck, Aaron Copland, Lou Harrison, Laurie Anderson, Arvo Pärt, Hans Werner Henze, Kurt Schwertsik, Thomas Larcher, Balduin Sulzer und Manfred Trojahn.

Nach ersten Positionen als Chefdirigent des Saint Paul Chamber Orchestra und des American Composers Orchestra, das er 25 Jahre leitete, übersiedelte Davies nach Europa, wo er GMD der Staatsoper Stuttgart und der Oper Bonn, sowie des Beethoven Orchester Bonn war. In weiterer Folge war er Chefdirigent des RSO Wien, des Stuttgarter Kammerorchesters und des Sinfonieorchesters Basel. In seine Zeit als Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und GMD am Landestheater Linz (2002-2017) fällt die Eröffnung des neuen Musiktheaters Linz 2013, anlässlich derer er die UA der Oper Spuren der Verirrten von Philip Glass ebenso leitete wie Richard Strauss’ Rosenkavalier.

Seit 2018 ist er Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Filharmonie Brno, mit der er bereits mehrere CDs aufgenommen hat und auch in Gastkonzerten in Deutschland, Österreich und beim Prager Frühling präsent ist. Seit Herbst 2020 ist er zusätzlich Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchester.

Als Gast dirigierte Davies u. a. in den USA die Orchester von Chicago, Philadelphia, San Francisco, Boston, New York und Cleveland. In Europa arbeitete er regelmäßig mit dem Concertgebouworkest und dem Gewandhausorchester und leitete die Berliner Philharmoniker, die Filarmonica della Scala, die St. Petersburg Philharmonia, das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino sowie die philharmonischen Orchester in München und Hamburg.

Opernengagements der aktuellen Spielzeiten führten Dennis Russell Davies u.a. für eine Neuproduktion an die Oper Frankfurt (Eötvös: Drei Schwestern) und mehrmals an die Wiener Staatsoper (Wozzeck, Salome). Er dirigierte zahlreiche Neuproduktionen u.a. bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen, an der Metropolitan Opera New York, der Hamburgischen und der Bayerischen Staatsoper, der Opera National de Paris, der Lyric Opera of Chicago und dem Teatro Real in Madrid – in Summe mehr als 140 Neuproduktionen in Zusammenarbeit mit vielen der namhaftesten Bühnenregisseuren der Welt.

Die vielfältige Diskografie Dennis Russell Davies’ umfasst u.a. die Aufnahme aller Symphonien von Philip Glass und Anton Bruckner mit dem Bruckner Orchester Linz, die Aufnahme aller 107 Haydn-Symphonien mit dem Stuttgarter Kammerorchester und aller Symphonien Arthur Honeggers mit dem Sinfonieorchester Basel. Gemeinsam mit seiner Frau und Duopartnerin Maki Namekawa spielte er zahlreiche weitere Werke ein, darunter Stücke von Mozart, Beethoven, Schostakowitsch, Glass, sowie Strawinskys Der Feuervogel, Le Sacre du printemps und Petruschka, die er auch mit dem Sinfonieorchester Basel aufgenommen hatte, in Versionen für Klavier zu vier Händen.

Dennis Russell Davies wurde 1944 in Toledo (Ohio) geboren und studierte Klavier und Dirigieren an der New Yorker Juilliard School. Von 1997-2012 war er Professor für Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg, seit September 2020 ist er Gastprofessor an der Janáček Academy of Music and Performing Arts in Brno.

Seit 2009 ist Dennis Russell Davies Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und wurde mit dem Deutschen „Bundesverdienstkreuz“, dem Österreichischen „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ sowie mit dem Titel “Commandeur des Arts et Lettres“, verliehen durch die Französische Regierung, geehrt.

Saison 2020/21

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Emanuele Arciuli Klavier

Emanuele Arciuli hat sich als einer der originellsten und interessantesten Interpreten der heutigen klassischen Musikszene etabliert. Sein Repertoire reicht von Bach bis zur zeitgenössischen Musik mit einer starken Affinität zu Komponisten aus den USA. Round Midnight Variations, eine Gruppe von 16 Kompositionen, die von Komponisten wie Crumb, Babbitt, Kernis, Rzewski, Torke, Daugherty, Bolcom und Harbison ausdrücklich für Arciuli geschrieben wurden, hat das Interesse internationaler Kritiker geweckt.

Emanuele Arciuli tritt regelmäßig in großen Konzertsälen und Festivals wie den Berliner Festwochen, Wiener Modern, La Scala di Milano, Biennale di Venezia, Maggio Musicale Fiorentino, International Piano Festival Brescia & Bergamo, Miami Piano Festival, Miller Theater New York, Santa Fe Chamber Music Festival u.a. auf.

Er hat mit international renommierten Orchestern wie der Filarmonica della Scala, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Rotterdam Philharmonic, St. Petersburger Philharmoniker, Brucknerorchester Linz, Brussels Philharmonic, St Paul Chamber Orchestra, Orquestra Sinfônica Brasileira vielen anderen musiziert. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammengearbeitet hat, zählen Roberto Abbado, John Axelrod, Dennis Russell Davies, Yoel Levi, James MacMillan, Kazushi Ono, Zoltan Pesko, Arturo Tamayo, Wayne Marshall, Andrey Boreyco und Mario Venzago.

Zu seinen zahlreichen Aufnahmen bei Chandos, Stradivarius, Innova, VAI, Bridge, Wergo u.a. gehören Gates to Everywhere mit Musik von Carla Bley, Fred Hersch und Chick Corea, die kompletten Klavierwerke von Berg und Webern sowie die Ersteinspielung von Bruno Madernas Konzert für Klavier und Orchester. Sein George Crumb gewidmetes Album wurde für einen Grammy Award nominiert. Seine Einspielung mit Werken von Adams und Rzewski wurde 2006 mit dem Preis der italienischen Kritiker als beste CD ausgezeichnet. VAI Records hat eine DVD mit Charles Ives‘ Concord Sonata veröffentlicht. Das Doppelalbum Walk in Beauty bei Innova beinhaltet Musik amerikanischer Komponisten wie JL Adams, Bresnick, Daugherty, Gann, Garland, Higdon, Ballard usw.

Darüber hinaus hat Emanuele Arciuli ein Buch über amerikanische Klaviermusik, Musica per pianoforte negli Stati Uniti veröffentlicht.

2011 wurde Arciuli mit dem wichtigsten italienischen Kritikerpreis, dem Premio Franco Abbiati, ausgezeichnet. Die Jury erklärte: „Dieser Pianist aus Bari ist seit Jahren eine maßgebliche Persönlichkeit am facettenreichen Horizont aller modernen Dinge, während er gleichzeitig die Verbindung zur Tradition bewahrt.“

Emanuele Arciuli unterrichtet zeitgenössische Musik an der Accademia di Pinerolo, ist Professor am Konservatorium in Bari und häufiger Gastprofessor an vielen amerikanischen Universitäten.

Saison 2020/21

Presse

  • Jubel für Dennis Russell Davies mit einer bisher nicht gekannten slawischen Seele.
    OÖ Nachrichten, W. Russ, 14.02.2020

    Mit einem tschechischen Reigen präsentierte Dennis Russell Davies energiegeladen seine Philharmonie Brünn. […] Janáčeks Rhapsodie Taras Bulba wurde beeindruckend geschildert. […] Vielseitig entfaltet dann die 6. Sinfonie von Dvořák, romantisch verpackt mit  böhmischer Melodik. Kronen Zeitung Linz, 14.02.2020