Arcis Saxophon Quartett mit Ferhan & Ferzan Önder

Dances of Russia

Termine nach Absprache
Dances of Russia

Sergei Rachmaninow: Aus "Symphonische Tänze" op. 45: 1. Non allegro (Arr. Miha Ferk)
Sergei Prokofjew :Suite aus dem Ballett "Romeo und Julia" (Arr. Miha Ferk)
Aleksey Igudesman: Russian Dance Suite für Saxophonquartett und Klavierduo

Besetzung: Quartett plus Klavier zu vier Händen

Ferhan & Ferzan Önder Klavierduo (in Zusammenarbeit mit Käch Artists & Promotion)

„Das fein ausgelotete Duo-Spiel, das Temperament und die Virtuosen-Tugenden sprechen für die pianistischen Qualitäten der Önders. Das hat wirklich Feuer.“
[Michael Stenger / Fono Forum]

Zwillingen wird eine besondere Verbindung nachgesagt: Ferhan & Ferzan Önder tragen diese auf das Konzertpodium. Zwei eigenständige künstlerische Persönlichkeiten erschaffen gemeinsam eine neue musikalische Identität. Was auf den ersten Blick wie ein Klischee erscheint, wird bei den Schwestern zum sinngebenden Moment ihrer künstlerischen Tätigkeit und zum Charakteristikum ihrer musikalischen Ausdruckskraft, die in der gegenseitigen Ergänzung vollends erfahrbar wird.

Ihre türkischen Wurzeln bezeichnen beide als maßgeblich für ihr rhythmisch außerordentlich pointiertes Spiel, denn ihnen sind die unregelmäßigen Rhythmen der traditionellen Musik von klein auf vertraut. Dass sie die Tradition türkischer Klavierduos fortsetzen, nennen sie hingegen einen Zufall.

Ausgedehnte Konzertreisen führten das Duo bisher unter anderem ins Guggenheim Museum New York, Wigmore Hall London, Semperoper Dresden, Gewandhaus Leipzig, Concertgebouw Amsterdam, Elbphilharmonie Hamburg, Musikverein Wien und Konzerthaus Wien sowie u.a. nach Zürich, Barcelona, Istanbul, Rio de Janeiro, Tokio, Taipeh, Belgrad und Montpellier.

Das Duo erhielt viele Einladungen zu renommierten Musikfestivals wie dem Rheingau Musik Festival, den Salzburger Festspielen, dem Beethovenfest Bonn, den Wiener Festwochen, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Lucerne Festival, dem Istanbul Festival, den Sommets Musicaux de Gstaad, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Musikfest Bremen und dem Kuhmo Chamber Music Festival.

Ferhan & Ferzan Önder gastierten bei international renommierten Orchestern wie der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Camerata Salzburg und den Stuttgarter Philharmonikern und arbeiteten mit namhaften Dirigenten wie John Axelrod, Hans Graf, Howard Griffiths, Max Pommer, Hubert Soudant, Stefan Vladar und Hugh Wolff zusammen. 2003 standen die Zwillinge beim Voestival in Linz erstmals mit Sir Peter Ustinov auf der Bühne; ähnliche musikalisch-literarische Projekte führten zu Begegnungen mit Cornelia Froboess, Armin Mueller-Stahl, Friedrich von Thun, Günther Jauch und Roger Willemsen.
2016 erlebte das neueste Projekt der Schwestern seine Uraufführung: „Anonymous Was a Woman“, ein literarisch-musikalisches Konzertprogramm, in dem Frauenrechte thematisiert werden. Sechs Komponistinnen, darunter Rachel Grimes, Anna Drubich und Amritha Vaz steuerten Kompositionen bei, die im Wechsel mit Texten von Schriftstellerinnen vorgetragen werden.

Nach mehreren Aufnahmen bei kleineren Labels feierte das Duo 2001 ihren Durchbruch mit der bei EMI erschienenen CD „Vivaldi Reflections“, für die sie einen ECHO Klassik erhielten. Es folgte „1001 Nacht“ mit Bearbeitungen von Rimski-Korsakow, Borodin, Balakirew und Mozart. 2011 veröffentlichte Sony einen beim Schleswig-Holstein Musik Festival entstandenen Mitschnitt von Carl Orffs „Carmina Burana“ in einer Fassung für Chor, Solisten, Schlagzeug und zwei Klaviere.

Ferhan & Ferzan Önder widmeten sich in den vergangenen Saisons Werken von Bach, Mozart und Poulenc für zwei Klaviere und Orchester sowie Erstaufführungen von Fazıl Say. Zu ihren Ensemble-Partnern gehören Benjamin Schmid, Cyprien Katsaris, Janis Vakarelis, Clemens Hagen und das Borusan Quartet. Zusammen mit dem österreichischen Multi-Percussionisten Martin Grubinger beeindrucken die beiden Pianistinnen auch in dieser Saison ein internationales Publikum mit Werken von Bartók, Reich, Say und Tan Dun.

Ferhan & Ferzan Önder wurden in Tokat geboren. Mit sieben Jahren zogen sie mit ihren Eltern nach Ankara, wo der ältere Bruder bereits am Konservatorium studierte. Sie begannen zwar erst im Alter von zehn Jahren Klavier zu spielen, doch schon vier Jahre später erhielten sie den Jury Special Award beim Concorso Pianistico Internazionale Alessandro Casagrande im italienischen Terni, dem zahlreiche weitere Preise folgten.

Ihre große Begabung, gepaart mit einem hohen Maß an Disziplin und Förderung durch die Familie, trug bald Früchte. Nach einem Auftritt Ferhan Önders in Wien, den sie als 1. Preis bei einem Wettbewerb in Istanbul gewonnen hatte, beschlossen die Schwestern 1985, nach Österreich überzusiedeln. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien wurden sie Schülerinnen von Noel Flores und Paul Badura-Skoda. Kurz vor Ende des Studiums lernten sie auch Alfons Kontarsky kennen, der für die Schwestern ein wichtiger Freund und Mentor wurde.

Ferhan & Ferzan Önder leben mit ihren Familien in Österreich. Seit 2003 sind die Schwestern UNICEF-Botschafterinnen und engagieren sich für Kinderprojekte.

Saison 2019/20 

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Programminformation:

Was hat man zu erwarten, wenn ein türkisches Klavierduo auf ein deutsches Saxophonquartett mit russischen Tänzen im Gepäck trifft? Eine Performance mit romantisch-schwelgenden Melodien, russisch-expressiver Harmonik und dramatischer Tiefe, die zeigt, dass die klassisch-russische Tanzmusik ein universelles Sujet ist, das Musiker wie Hörer in der ganzen Welt inspiriert.

Die opulente Klangfülle und energetisch-rhythmische Komplexität à la Sacre in Rachmaninows Symphonischen Tänzen findet in der Ballett-Suite Romeo und Julia ihren Gegenpart in Prokofiev'scher Manier. Kein Wunder, fanden doch die Uraufführungen Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu zeitgleich statt.

In diese Tradition reiht sich Aleksey Igudesman, selbst aus St. Petersburg stammend, mit seinem speziell für dieses Ensemble geschriebene Werk ein, nimmt die Hörer mit auf eine Reise quer durch Russland und stellt auf diesem Wege die ganze Bandbreite russisch-folkloristischer Tanzmusik dar.

Von kammermusikalischer Intimität bis hin zur Illusion der Klangfülle eines spätromantischen Orchesters bringen die sechs Musiker mit der Verschmelzung des Saxophonklangs und der Kraft eines Klavierduos die Russland-Nostalgie in den Konzertsaal, der die Komponisten im Umbruch zur Moderne so gerne nachhingen.

Das Saxophon ist in den beiden ersten Werken des Abends als besondere Farbe original im Orchester besetzt. Ein Symbol der Freiheit, nach der sich die Komponisten in der ehemaligen Sowjetunion so vergeblich sehnten - galt das Saxophon doch als das verpönte Instrument des freiheitlichen Westens schlechthin.­­

 

 

Presse

  • Arcis Saxophon Quartett in München

    Im langsamen 2. Satz in Dvoraks „Amerikanischem“ Quartett bezauberte der Saxophongesang der Vier. Das glückte auch bei Samuel Barbers Adagio für Streicher. Die beiden Suiten aus Leonard Bernsteins "West Side Story" und George Gershwins "Porgy and Bess" zeigten alle Qualitäten dieses brillanten Quartetts: Vitalität, kammermusikalisches Aufeinanderhören, ansteckende Spiellust und eine virtuose und tonliche Eleganz des Zusammenspiels, die aus vier Einzelspielern eine erstklassige Formation macht. Zu Recht großer Beifall!

    Süddeutsche Zeitung, Harald Eggebrecht, 18.03.2018

  • Neue CD: J.S. Bach/George Gershwin/Franco Donatoni

    Der Ensembleklang ist erstaunlich homogen und Altsaxophonistin Ricarda Fuss und Sopransaxophonist Claus Hierluksch gelingt es, weiche Klangfarben beizusteuern und den Obertongehalt zu dosieren. (…) Während die vier spektakuläre Facetten ihres Ausdrucks bei Gershwins spritziger Suite zeigen können, legen sie besonders im mittleren Teil einen eindringlichen Bach hin: ein Andante in beinahe impressionistischen Klangfarben.

    MDR Kultur, Jan Kubon und Michael Kuhlmann, 26.06.2017

    Dass die vier Musiker des Arcis Saxophon Quartetts ihre Instrumente beherrschen, versteht sich. Stärker aber wiegt, dass sie dieses Können innovativ einsetzen.(…) Klarheit im Arrangement und klangliche Perfektion mit makellosem Ansatz sind die Mittel des Arcis Quartetts auf ihrem neuen Album. Bachs melodische Stringenz und die mitreißend fließende Variationenfülle erforschen die vier Saxophone mit beinahe lässiger Eleganz, ohne auch nur eine Sekunde an Spannung zu verlieren. (…) In der Arcis-Interpretation von Gershwins "Porgy And Bess"-Suite siegt die schwindlig machende technische Brillanz. Ein Ballett auf dem musikalischen Hochseil, geerdet durch die Bariton-Parts von Jure Knez.

    Spiegel Online, Werner Theurich, 23.04.2017