Dennis Russell Davies & Philharmonie Brünn

Veronika Eberle, Violine

1)
Antonin Dvořák: Violinkonzert a-Moll op. 53
Bedrich Smetana: Mein Vaterland

2)
Antonin Dvořák: Violinkonzert a-Moll op. 53
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 8 Unvollendete
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn

Philharmonie Brünn

 

Die Tradition der Philharmonie Brünn entstand in der Wirkung von Leoš Janáček in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Das heutige Orchester, das als Staatsphilharmonie Brünn im Jahre 1956 aus dem Zusammenschluss von zwei Brünner Sinfonieorchestern hervorging, wird schon seit langem als eines der besten Orchester des Landes geschätzt. In kurzer Zeit folgten Einladungen nach Europa. Das Orchester gastiert darüber hinaus in den wichtigen Konzertsälen in Nord- und Südamerika, im Fernen und im Nahen Osten sowie bei internationalen und tschechischen Festivals.

Seit 2018/2019 ist Dennis Russell Davies, einer der innovativsten Dirigenten, Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchesters. Die Geschichte des Orchesters prägten zahlreiche tschechische und internationale Dirigenten wie Jiří Bělohlávek, Jakub Hrůša, Petr Altrichter, Tomáš Netopil, Leos Svarovsky, Aldo Ceccato u.a.

Die umfangreiche Diskographie des Orchesters dokumentiert den Fokus des Orchesters auf zeitgenössische Musik und tschechisches Repertoire wie Janáčeks vollständige sinfonische Werke und Kantatenwerke bei Supraphon, Sony Music, BMG u.a.

Die Philharmonie produziert regelmäßig Aufnahmen für den Tschechischen Rundfunk und das Tschechische Fernsehen. Dynamisch entwickelt sich auch seine Auftragsarbeit für eine globale Klientel im Rahmen der Czech Orchestra Recordings.

Seit 2000 veranstaltet das Orchester im Sommer ein Open-Air-Festival in der Brünner Burg Spielberg sowie seit 2012 die renommierten Festwochen „Mährischer Herbst“, „Osterfestival der geistlichen Musik“ und „Exposition der neuen Musik“. Die Philharmonie Brünn errichtete 2014 eine eigene Orchesterakademie, unterstützt den Kinderchor „Kantiléna“ und engagiert sich seit 2010 am Bildungsprojekt „Mozartkinder“.

Ihr Domizil ist der Brünner Musikverein aus dem Jahr 1873. In Planung ist ein neuer, moderner Konzertsaal des Architektenteams Tomasz Konior und Petr Hrůša sowie des Akustikers Yasuhisa Toyota.

Saison 2021/22

Dennis Russell Davies Dirigent

Dennis Russell Davies’ Tätigkeit als Dirigent in Oper und Konzert, als Pianist und Kammermusiker ist gekennzeichnet durch ein breit gefächertes Repertoire, das vom Barock bis zur jüngsten Moderne reicht. Als einer der innovativsten und experimentierfreudigsten Dirigenten und Programmgestalter der Klassik-Welt inspiriert er seine Zuhörer auf beiden Seiten des Atlantiks, wie auch in Japan. Er ist bekannt für seine spannenden und durchdachten Konzerte und eine enge Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luciano Berio, William Bolcom, John Cage, Philip Glass, Heinz Winbeck, Aaron Copland, Lou Harrison, Laurie Anderson, Arvo Pärt, Hans Werner Henze, Kurt Schwertsik, Thomas Larcher, Balduin Sulzer und Manfred Trojahn.

Nach ersten Positionen als Chefdirigent des Saint Paul Chamber Orchestra und des American Composers Orchestra, das er 25 Jahre leitete, übersiedelte Davies nach Europa, wo er GMD der Staatsoper Stuttgart und der Oper Bonn, sowie des Beethoven Orchester Bonn war. In weiterer Folge war er Chefdirigent des RSO Wien, des Stuttgarter Kammerorchesters und des Sinfonieorchesters Basel. In seine Zeit als Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und GMD am Landestheater Linz (2002-2017) fällt die Eröffnung des neuen Musiktheaters Linz 2013, anlässlich derer er die UA der Oper Spuren der Verirrten von Philip Glass ebenso leitete wie Richard Strauss’ Der Rosenkavalier.

Seit 2018 ist er Künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Filharmonie Brno, mit der er bereits mehrere CDs aufgenommen hat und auch in Gastkonzerten in Deutschland, Österreich und beim Prager Frühling präsent ist. Seit Herbst 2020 ist er zusätzlich Chefdirigent des MDR-Sinfonieorchester.

Als Gast dirigierte Davies u. a. in den USA die Orchester von Chicago, Philadelphia, San Francisco, Boston, New York und Cleveland. In Europa arbeitete er regelmäßig mit dem Concertgebouworkest und dem Gewandhausorchester und leitete die Berliner Philharmoniker, die Filarmonica della Scala, die St. Petersburg Philharmonia, das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino sowie die philharmonischen Orchester in München und Hamburg.

Opernengagements der aktuellen Spielzeiten führten Dennis Russell Davies u.a. für eine Neuproduktion an die Oper Frankfurt (Eötvös: Drei Schwestern) und mehrmals an die Wiener Staatsoper (Wozzeck, Salome). Er dirigierte zahlreiche Neuproduktionen u.a. bei den Bayreuther und Salzburger Festspielen, an der Metropolitan Opera New York, der Hamburgischen und der Bayerischen Staatsoper, der Opera National de Paris, der Lyric Opera of Chicago und dem Teatro Real in Madrid – in Summe mehr als 140 Neuproduktionen in Zusammenarbeit mit vielen der namhaftesten Bühnenregisseuren der Welt.

Die vielfältige Diskographie Dennis Russell Davies’ umfasst u.a. die Aufnahme aller Symphonien von Philip Glass und Anton Bruckner mit dem Bruckner Orchester Linz, die Aufnahme aller 107 Haydn-Symphonien mit dem Stuttgarter Kammerorchester und aller Symphonien Arthur Honeggers mit dem Sinfonieorchester Basel. Gemeinsam mit seiner Frau und Duopartnerin Maki Namekawa spielte er zahlreiche weitere Werke ein, darunter Stücke von Mozart, Beethoven, Schostakowitsch, Glass, sowie Strawinskys Der Feuervogel, Le Sacre du printemps und Petruschka, die er auch mit dem Sinfonieorchester Basel aufgenommen hatte, in Versionen für Klavier zu vier Händen.

Dennis Russell Davies wurde 1944 in Toledo (Ohio) geboren und studierte Klavier und Dirigieren an der New Yorker Juilliard School. Von 1997-2012 war er Professor für Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg, ab September 2020 ist er Gastprofessor an der Janáček Academy of Music and Performing Arts in Brno.

Seit 2009 ist Dennis Russell Davies Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und wurde mit dem Deutschen „Bundesverdienstkreuz“, dem Österreichischen „Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst“ sowie mit dem Titel “Commandeur des Arts et Lettres“, verliehen durch die Französische Regierung, geehrt.

Saison 2020/21

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Veronika Eberle Violine

Für ihr außergewöhnliches Talent und ihre musikalische Reife genießt Veronika Eberle bei den weltweit besten Orchestern, Konzerthallen und Festivals sowie bei einigen der bedeutendsten Dirigenten höchstes Ansehen.

Internationale Aufmerksamkeit erregte die damals erst 16-jährige Veronika Eberle, als sie mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern bei den Salzburger Osterfestspielen 2006 im ausverkauften Festspielhaus Beethovens Violinkonzert spielte. Zu ihren wichtigsten Auftritten gehörten seither Konzerte mit dem London Symphony Orchestra (Sir Simon Rattle, Bernard Haitink), dem Concertgebouworkest Amsterdam (Heinz Holliger), dem New York Philharmonic (Alan Gilbert), dem Orchestre Symphonique de Montréal (Kent Nagano), den Münchner Philharmonikern und dem Leipziger Gewandhausorchester (Louis Langrée), dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), dem HR-Sinfonieorchester (Paavo Järvi, Andris Nelsons), dem Chamber Orchestra of Europe( Sir Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin), den Bamberger Symphonikern (Robin Ticciati, Jonathan Nott), dem Tonhalle Orchester Zürich (Michael Sanderling), dem Swedish Radio Symphony Orchestra (Daniel Harding), dem NHK Symphony Orchester Tokio (Jiři Kout, Markus Stenz,Roger Norrington) und den Rotterdamer Philharmonikern (Sir Simon Rattle, James Gaffigan, Yannick Nézet-Séguin).

Letzte konzertante Höhepunkte waren ihre Debüts beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Yannick Nézet-Séguin, beim Philadelphia Orchestra und Boston Symphony Orchestra, beim San Francisco Symphony Orchestra und Philharmonia Orchestra London, bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi sowie erneute Verpflichtungen beim Orchestre Symphonique de Montréal, dem HR-Sinfonieorchester und beim Münchner Kammerorchester. Außerdem konzertierte Veronika Eberle in Hamburg in einer Neuinszenierung der Lulu unter Kent Nagano das Violinkonzert von Alban Berg, das beim Publikum umjubelt und in der Presse hochgepriesen wurde.

Veronika Eberle ist zudem eine leidenschaftliche Kammermusikerin. Zu ihren regelmäßigen Partnern zählen Denes Varjon, Shai Wosner, Lars Vogt, Antoine Tamestit, Gautier Capucon und Edicson Ruiz. Dabei waren ihre kammermusikalische Höhepunkte zuletzt in der Master Series der Londoner Wigmore Hall und in der Debut Serie der New Yorker Carnegie Hall sowie Recitals am Salzburger Mozarteum, im Amsterdamer Concertgebouw, im Pariser Thêâtre de la Ville, in der Tonhalle Zürich und beim Luzerne Festival. Sie ist in der Spielzeit 2018/19 „Artist in Residence“ bei der Jenaer Philharmonie.

Veronika Eberle wurde in Donauwörth geboren, erhielt mit sechs Jahren ihren ersten Geigenunterricht und wurde bereits vier Jahre später Jungstudentin von Olga Voitova am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium. Nach einem privaten Ausbildungsjahr bei Christoph Poppen kam sie an die Münchner Musikhochschule, wo sie von 2001 bis 2012 bei Ana Chumachenco studierte.

Sie wurde von verschiedenen renommierten Institutionen gefördert, unter anderem von der Nippon Music Foundation, dem Borletti-Buitoni Trust (Stipendium 2008), der Orpheum Stiftung zur Förderung junger Solisten in Zürich, der Deutschen Stiftung Musikleben in Hamburg und der Jürgen-Ponto-Stiftung in Frankfurt am Main. 2003 siegte sie in Mainz beim internationalen Wettbewerb Yfrah Neaman und erhielt Publikumspreise des Schleswig-Holstein Musik Festivals und der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. 2017 erhielt sie den Kulturpreis Bayern. Von 2011 bis 2013 war sie New Generation Artist bei BBC Radio 3 und von 2010 bis 2012 gehörte sie zu den »Jungen Wilden« des Dortmunder Konzerthauses.

Veronika Eberle spielt die „Dragonetti“ -Stradivari aus dem Jahre 1700, eine großzügige Leihgabe der Nippon Music Foundation.

Saison 2020/21

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Press

  • Jubel für Dennis Russell Davies mit einer bisher nicht gekannten slawischen Seele.
    OÖ Nachrichten, W. Russ, 14.02.2020

    Mit einem tschechischen Reigen präsentierte Dennis Russell Davies energiegeladen seine Philharmonie Brünn. […] Janáčeks Rhapsodie Taras Bulba wurde beeindruckend geschildert. […] Vielseitig entfaltet dann die 6. Sinfonie von Dvořák, romantisch verpackt mit böhmischer Melodik.
    Kronen Zeitung Linz, 14.02.2020